Arrivederci, Roma!

Es gäbe noch eine Menge von der ewigen Stadt zu erzählen, aber am Ende würde wohl kein noch so langer Aufenthalt dieser Stadt gerecht werden. Mittlerweile habe ich meine Koffer nach einer langen Metro-, Zug- und Flugreise ausgepackt und mich an die pünktlichen Busse, das fehlende Hupen, die vielen Bäume im Ort, die fehlenden Hügel Roms, mein Fahrrad und noch so vieles mehr akklimatisiert. Aber ich werde das Semester in Rom nicht vergessen, mit all den Erlebnissen und Entdeckungen. Gerne erinnere ich mich an die Spaziergänge durch Trastevere, das Picknick in der Villa Borghese, den rettenden Wasserbrunnen auf dem Palatino, die Strandausflüge, den Porta Portese, die Konzerte, die Piazza Navona, den Pizzabudenbesitzer um die Ecke, das italienische gelato con panna, die wunderbare Mensa, den cioccolato caldo, die Fontana di Trevi, tutti gli amici, den Abschieds-aperitivo, … Ma forse ci rivediamo, Roma? Aber erst einmal heißt es: Arrivederci, Roma!

Ich wurde einmal gefragt, ob ich Rom beschreiben könnte. Natürlich geht das, aber es würde unglaublich lange dauern, um auch ja nichts zu vergessen. Aber da ich mich kurz fassen sollte, ist mir vor allem eines eingefallen: Rom ist ein Phänomen!

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Die Oase.

Da schleiche ich mich die Stufen hinter der Piazza del Popolo hoch als ich schon von weitem den Kinderchor höre. Ja, das ist die Villa Borghese: Irgendetwas ist immer los und heute scheinbar ein Schulfest. Einige Meter weiter krabbeln Menschen über einen überdimensionalen Papierstreifen, um sich dort zu verewigen. Eine Frau sieht so aus als wäre sie schon etwas länger dort. Scheinbar völlig zufrieden pinselt sie zwischen den Farbeimern.

Aber so richtig schön wird es in der Villa Borghese auf den großen Wiesen, die zum Picknicken oder zu einem Nickerchen einladen. Vor allem der größte Teich mit dem Tempio di Esculapio verbreitet eine friedliche Atmosphäre, so dass ich für einen Moment vergesse, dass nicht weit die Autos vorbeifahren oder die Metro in der Erde rumpelt. Wie eine Oase inmitten der von Touristen überströmten Stadt, die Villa Borghese.

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Die Villen.

Alle sitzen sie auf den Bänken oder auf ihren Koffern und warten auf die Züge. Manche haben Glück und können gleich zu den Gleisen, einige müssen nun auch die Verspätungen abwarten und gucken dementsprechend mürrisch auf die überdimensionalen Anzeigetafeln. Das ganz normale Bild eines Bahnhofs eben. Wer sich einige Zeit dem römischen Trubel ausgesetzt hat, kommt vielleicht in die Versuchung, eine kurze Auszeit zu nehmen.

Und gar nicht so weit von Rom entfernt liegt der kleine Ort Tivoli. Dort lasse ich mich von der Villa Adriana und der Villa d‘Este überraschen. Die Villa von Kaiser Hadrian ist ein riesiges Gelände, auf dem die Ruinen auf die Blütezeit verweisen. Heute wandern vor allem Touristen auf den alten Wegen entlang und sehen sich das griechische Theater, die Thermen oder den kaiserlichen Palast an. Aber auch die grandiose Aussicht auf die Landschaft oder die Schildkröten im großen Becken sind ein Foto wert.

Danach geht es dann zur Villa d‘Este im Zentrum des Ortes. Dort wartet ein gemütlicher barocker Park auf die Besucher, die sich vor allem durch die über 500 Wasserspiele verzaubern lassen. Und eine Fontäne ist beeindruckender als die nächste. Aber am Ende zieht das Brunnen-Fontänen-Wasserspiel alle Blicke auf sich und die Fotoknipser bleiben alle paar Meter stehen. Und ein paar Mal am Tag spielt eine Wasserorgel für die Neugierigen. Hier, am Rand der Wasser-becken, in dem sich der blaue Himmel spiegelt, neben den gelben Tulpen und den großen Steinkugeln, lässt sich der römische Trubel gut für eine kurze Zeit verdrängen. Ja, die alten Herrschaften hatten eindeutig Geschmack.

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Ruhelos.

Da steige ich an der Endhaltestelle der Tram 8 aus, am Largo di Torre Argentina, als mich schon der nächste Italiener anschreit. Ach nein, er meinte nicht mich, sondern die Person, die hinter mir aussteigt. Schnell ducken und weiter in die nächste Straße, die in Richtung Piazza Farnese führt. Doch schon überholt mich ein Aktentaschen tragender und ins Handy rufender Italiener, der seinen Gesprächspartner wohl nicht sehr zu mögen scheint. Und gleich danach finde ich mich in einer laut lachenden Menschenmenge wieder. Da scheint die Steinstatue in dem kleinen Park wie eine Erscheinung. Ganz ehrlich, wie kann der Mensch schlafen?

Am helllichten Tag in Rom, bei dem ganzen Lärm. Es klingt fast wie ein Traum: Ruhe in Rom. Morgens rattert die Metro an meinem Fenster vorbei, kurz danach rauschen die Autos durch die schmale Einbahnstraße vor der Haustür und spätestens bis zum Mittag hat sich jemand bei der Türklingel vertan, so dass das Läuten durch die Wohnung dröhnt. Nachmittags sitzen die Italiener dann laut schwatzend in den Cafés, Bars oder Pizzabuden oder sie heizen fröhlich hupend in ihren Autos durch die Stadt. Und bis zum Abend wird auch der letzte Ruhesuchende enttäuscht, da der Lärm nicht abebbt, im Gegenteil, nachts kommen dann mit Sicherheit die Mücken, die eine Vorliebe dafür haben, in der Nähe der Ohren zu summen und nach Frischblut zu fahnden.

Ich kann demnach nicht ganz nachvollziehen, warum jemand seelenruhig im römischen Trubel dösen kann.

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Kulinarische Sünde.

Man könnte sich daran gewöhnen. Nein, ich habe mich daran gewöhnt: Pizza von dem Pizzamenschen, dem Menschen, der mir mein Italienisch mittlerweile sogar abnimmt. Un pezzo di Pizza Margherita – einen Euro für 100 Gramm. Die Pizza gibt es dann zusammengeklappt und in Papier eingewickelt auf die Hand. Wahlweise noch ein suppli dazu, eine Reiskrokette. Und im Kühlschrank lagern die frischen Tortellini für später, mit Käse- oder mit Schinkenfüllung, und dazu Basilikumpesto. Da lässt es sich doch leicht am McDonald’s vorbeigehen. Wer braucht schon Fastfood im Pizza-Pasta-Paradis? Aber manchmal geht es einfach nicht anders: So ein Burger oder Pommes, schön fettig und ungesund. Einfach mal eine kleine Abwechslung in der sonst so herrlichen PP-Welt, eigentlich auch nur, um mich zu überzeugen, dass die PP-Welt gar nicht so schlecht ist.

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Die alte Stadt.

Nach einer Fahrt im überfüllten und heißen Lido steht der Fußmarsch zu Ostia Antica an. Erst über die Bahnüberführung und dann den sandigen Weg bis zum Eingang der antiken Stadt. Ab hier beginnt dann die Erkundung und dank der – auch englischsprachigen – Hinweisschilder weiß ich welche Gebäude damals welchen Zweck erfüllt haben. Denn aus dem Steinhaufen werde ich nicht unmittelbar schlau.

So laufe ich an dem früheren Theater, dem antiken Tempel oder an alten Geschäften und Schrebergärten vorbei. Ein sehr schöner Spaziergang durch das alte Flair, mit einem Hauch vom antiken Alltagsleben. Heute wandern die Touristen auf den alten Wegen und balancieren von Stein zu Stein. Oder sie laufen durch die Ruinen und spielen Verstecken oder suchen nach den besten Fotomotiven.

Ich habe gelernt, Touristengruppen akustisch auseinander zu halten. Immerhin blendet die Sonne, so dass ich blinzelnd durch durch das Gelände stolpere und mir die anderen Besucher nicht in Ruhe anschauen kann. Vor allem die Italiener erkennt bzw. erhört man von weitem. Sie gestikulieren und diskutieren wild und schauen eher den Gesprächspartner an als die Umgebung. Die Übrigen sehen sehr erschöpft aus, schweigen und machen viele Fotos. Und manchmal sieht man forsche Kameraträger die Treppe zu einem Ausblickspunkt hochlaufen. Aber sie scheinen ganz glücklich, wenn sie nach dem bestmöglichen Fotomotiv suchen. Somit klettere auch ich die überdimensionalen Stufen hoch und stelle fest, wie schön die Kombination aus alten Steinen, italie-nischen Bäumen und römischer Brise ist.

Aber bald geht es auch schon wieder weiter, um mehr von Ostia Antica zu sehen. Bis zum Zaun, dort sieht man dann die Felder hinter der antiken Stadt. Dann geht es den Hauptweg zurück, vorbei an den alten Steinen. Zurück zu den Touristen, die entweder mit den Armen sehr italienisch fuchteln oder das Badetuch in den Händen halten, um mit dem Lido nach dem Sight-seeing schnurstracks zum Strand zu fahren.

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Der Vielseitige.

Auf jeden Fall ist er vielfältig: Der Tiber. Wenn ich im Bereich des Viertels Ostiense über eine Brücke gehe, auf der Mitte stehen bleibe und über das Geländer schaue, ist der Fluss alles andere als schön. Sehr grau. Aber eigentlich auch passend zu den Hausfassaden auf der Tiberseite, die sich im Frühjahr hinter den kahlen Bäumen erstrecken. Da gehe ich doch lieber schnell weiter zum Porta Portese.

Aber er kann auch ganz anders aussehen. Das sieht man wunderbar bei einem Spaziergang über die alte römische Brücke Ponte Fabricio, auf der Straßenhändler ihre Ware anpreisen, zur Tiberinsel. Und dann weiter über die Ponte Cestio hinüber zum Trastevere. Dabei kann man auf den Brücken eigentlich nur stehen bleiben, um zu sehen, wie friedlich der Fluss sich im Frühling durch Rom schlängelt.

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